fette Mieten – keine Party

Wenn die Medien über Protestaktionen gegen Veranstaltungen von IBA & Co. berichten, dann schreiben sie, vom Abendblatt bis zur TAZ, dass die Demonstrant_innen gegen „drohende“ Mietsteigerungen auf die Straße gingen oder sie Mietsteigerungen „befürchten“, sollte die Aufwertung Wilhelmsburgs weiter voran getrieben werden. So ein Blödsinn! Die Mietsteigerungen sind seit vielen Jahren Realität! Selbst im offiziellen Mietspiegel rangiert Wilhelmsburg in den letzten Jahren hinter St. Pauli mit 35% Mietsteigerungen in fünf Jahren auf Platz zwei der sich am stärksten verteuernden Vierteln Hamburgs.

An dieser Stelle wollen wir Beispiele von absurden Mieterhöhungen aus Wilhelmsburg  sammeln. Wenn ihr also von ungerechtfertigten Steigerungen der Miete betroffen seid und das gerne öffentlich machen wollt, dann schreibt uns doch an aku-wilhelmsburg [at] riseup.net.


Nordelbe Grundstücksgesellschaft mbH, Fährstr. 33

Im August 2011  kümmern sich die aktuellen Mieter_innen um Nachmieter_innen. Es gibt keinen Arbeitsaufwand seitens Nordelbe durch den Umzug. Die Miete wird um 80,-€ pro Monat erhöht. Die Staffelmieterhöhung von 15€ pro Jahr bleibt unverändert. Im Juli 2012 wird der Mietvertrag geändert, da sich die Zusammensetzung der WG geändert hat. Eine Person bleibt unverändert im Mietvertrag. Die Miete wird um 100€ pro Monat erhöht. In diesem Zeitraum wurden keinerlei bauliche Maßnahmen am Haus durchgeführt. Die Miete ist dennoch in einem Jahr um knapp 30% gestiegen.

Mietsteigerung zwischen 08.2011 – 08.2012 um 31%


Cornerstone Properties, Fährstr. 42

Die Wohnungen dieses Hauses haben alle den gleichen Grundriss. Im Juni 2011 kostete eine Wohnung im 1. Stock 505,-€,  im August 2011 im dritten Stock 540,-€ und im August 2012 lag die Miete bei einer anderen Wohnung im 1. Stock bei 600,-€, jeweils netto kalt. Die Frontfassade des Hauses wurde zwischenzeitlich neu gestrichen.

Mietsteigerung: 06.2011 – 08.2012 um 18%


Kiosk, Veringstraße

In einem bekannten Immobilienportal ist am 26. Januar 2013 die Miete für den 60m² großen Raum mit 970,-€ kalt angegeben, was einem Preis von über 16€/m² entspricht. Ein anderer Laden in der Veringstr. 35  (45m² Verkaufs- + 120m² Produktionsfläche) ist für 2600,-€ kalt zu haben, was 15,75€/m² entspricht. Zum gleichen Zeitpunkt ist eine vergleichbare Ladenfläche auf dem Schulterblatt für 13€/m² zu mieten.

Miete: 02.2013:  16,- €/m² für Ladenfläche


 

 

Ein Kommentar zu fette Mieten – keine Party

  1. Pingback: Ein Café, das, bitteschön, seinen Kuchen mit Bioeiern macht | Les Flâneurs

Kommentare sind geschlossen.