„Die Alternative wäre: Alles bleibt wie es ist. Und das kann keiner wollen“ (U. Hellweg) – AKU sagt: Tschö!

goldeneTürme

Mit dem Rückblick auf spannende, nette, herausfordernde und spaßige Momente in den letzten Jahren haben wir als AK Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU) nun beschlossen, den AKU als Klammer unserer gemeinsamen Arbeit aufzulösen. Nein, wir spalten uns nicht und wir hören auch nicht auf, weiterhin (stadtteil)politisch aktiv zu sein. Wir machen ohnehin in Teilen weiterhin mal unterschiedliche, mal gemeinsam Sache.

Wir wollen mit der Auflösung dieses Labels einerseits vermeiden, dass weiter bestimmte Erwartungen und Anfragen an die Gruppe formuliert werden, denen sie momentan und in absehbarer Zeit nicht (mehr) gerecht werden kann. Andererseits wollen wir durch diese Ankündigung alle, die finden, dass es weiterhin kritischer Stadtteilpolitik auch in Wilhelmsburg bedarf, dazu ermutigen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen!

Böse formuliert: Es funktioniert nicht länger, sich auf den AKU zu verlassen. Netter: Wir machen einen Platz frei, den wir nun seit längerem besetzt gehalten haben. Wir haben diese Gruppe alle sehr geschätzt, weil uns immer wieder ein angenehmer Mix aus Ernsthaftigkeit und guter Laune gelang.

Nach langen Jahren unserer Existenz sorgt die Nachricht der Auflösung nun doch für leichtes Blätterrauschen – hier schonmal ein Vorabdruck einiger Reaktionen:

Wochenblatt: „Eine kritische Stimme verlässt den Stadtteil“

Neuer Ruf: (keine Meldung, da noch keine offizielle IBA-PM vorliegt)

Einige Anwohner_innen: „Wer?“

Gernot Knödler (taz): „Aber waren IBA und igs nicht doch notwendig und richtig?“

Das Recht auf Stadt-Netzwerk: „Wir brauchen Euch als Vertreter_innen der Peripherie.“

Jutta Blankau: „Ich finde das gut! Aber es lag auch am Wetter…“

Uli Hellweg: „… schade, ich wollte doch immer nochmal mit ihnen sprechen.“

Dieter Läpple: „Die IBA konnte immer nur so gut sein wie ihre Gegner.“

Infoladen Wilhelmsburg: „Machen wir nicht noch eine Kampagne?“

Die lokale LINKE : „Wen sollen wir denn dann als kritische Experten vor Ort zur Stadtteilpolitik fragen?“

Einige Bürgerengagierte: „Ach, irgendwie waren diese jungen Neuzugezogenen mit ihrer Immer-Dagegen-Haltung doch ganz amüsant“

Saskia Sassen: „It’s a cheaky lie!“

Zukunft Elbinsel: „Müssen wir jetzt doch zum Thema Mieten selbst arbeiten?“

Anonymer Stadtentwicklungsexperte: „Trotz der kritisch-oppositionellen Haltung, die sich bis zur fundamentalen Ablehnung politisch-parlamentarischer Repräsentation und rechtsstaatlicher Prinzipien steigern konnte (schlagendes Beispiel hierfür ist der Gebrauch von Slogans wie „IBA versenken – Wohnraum verschenken“), konnte sich der AK Umstrukturierung nicht aus der eigenen Rolle als Raumpionier in einem vergessenen Stadtteil befreien und trug so letztlich unfreiwillig zur weiteren Attraktivierung und Lebendigkeit der Elbinsel bei. Wie der weitere Aufwertungsprozess des Stadtteils nun auch kulturell-politisch vorangetrieben werden kann, ist eine nächste zu lösende Aufgabe für die Stadtplanung.

Etliche Forscher_innen: „Habt ihr noch eine halbe Stunde Zeit für ein kurzes Interview?“

Diverse Bachelor-Kandidat_innen: „Können Sie bitte noch kurz die Vor- und Nachteile der Gentrifizierung aufzählen?“

Der Irre mit der Axt (alias ‚das HB-Männchen’): „Mir war immer klar, daß dieses Häuflein zugereister Nörgler keinen Bestand haben würde. So wie alle meine Gegner nie wirklich etwas gegen mich ausrichten konnten.“ (Gesicht rötet sich; lauter werdend:) „Die Vielzahl meiner Ämter zeigt doch meinen Erfolg! Ich habe mein Umfeld weit und breit wohlbestellt, da kommt kein Wildwuchs auf! So wie auch auf meinem Gartenschaugelände. Da wird jetzt mein Plan, den Zaun zu belassen, vom Bezirk umgesetzt. Schließlich habe ich mit der igs 1a Bauland für Wohnungen und private Freizeitindustrie leergefällt. Wenn ich Bäume mögen würde, könnte ich jetzt sagen: Was kümmert es die Deutsche Eiche, wenn sich ein ein paar Säue daran reiben“ (lacht irre).

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