Solidarität mit der Gruppe „Lampedusa in HH“ – Recht auf Stadt für alle!

Lampedusa in HamburgDie Menschen der Gruppe ‚Lampedusa in Hamburg’ nehmen die Stadt, in der wir leben, als Zufluchts-, aber auch Ausgangsort dafür, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu bekommen. Als Wanderarbeiter hatten sie sich in Libyen eine Existenz aufgebaut, die es auch erlaubte, ihre Familien an den Herkunftsorten zu versorgen. Der von verschiedenen EU-Staaten unterstützte bzw. forcierte Bürgerkrieg in Libyen zwang sie zur Flucht.

Viele ihrer Freunde und Angehörigen starben in diesem Krieg und während der Flucht in nicht seetüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Lampedusa. In Italien landeten sie in unglaublich überfüllten Lagern, von denen die meisten Ende letzten Jahres geschlossen wurden. Deshalb sind sie hier.

Diese Stadt ist reich, auch wenn der Reichtum ungleich verteilt ist. Es gibt Wohnungen und Parks, soziale und gesundheitliche Versorgung. Dies könnte ein Ort sein zum sich erholen von den Traumata des Krieges. Hier könnten die einen Arbeit oder Ausbildung finden und bleiben und andere nach einer Zeit weiterziehen oder zurück zur Familie, je nach eigenem Wunsch. Vor allem aber ist diese Stadt reich an unterschiedlichsten Menschen mit ihren Fähigkeiten, Ideen, Lebensweisen und in Kämpfen für bessere Lebensbedingungen entwickelten Netzwerken.

Die jetzt neu dazugekommenen Menschen aus Afrika sind hiervon bereits lebendiger Teil. Die Erfahrung ihres Kampfes und der dadurch ausgelösten Solidarität verändert unseren Alltag, bringt Menschen zusammen, die sich vorher nicht kannten und sorgt quer durch Kirche, Gewerkschaft und Initiativen für Diskussionen, wie wir leben wollen. Sie macht Mut und Lust auf eine Stadt für alle, ohne Rassismus und Ausgrenzung.

Von Bürgermeister und Senat erwarten wir, dass sie das Ihre dazu beitragen, dass dies möglich wird. Sie haben mit dem §23 Aufenthaltsgesetz das nötige Instrument. Hamburg kann international ein Beispiel für einen anderen Umgang mit Menschen auf der Flucht sein.

Damit dies so wird, kommt mit uns zur Demonstration am 17.8. ab 14.00 Hauptbahnhof (Glockengießerwall), lasst uns zeigen, dass die Menschen der Gruppe ‚Lampedusa in HH’ willkommen sind.

AKU Wilhelmsburg, Einwohnerverein St. Georg, Initiative Esse-Häuser, Reeperbahn 157, SOS St. Pauli

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