„Es muss sich alles ändern, damit es so bleibt, wie es ist.“

130804projekte-die-neue-weltklasseIm Februar veröffentlichte der AKU im Wilhelmsburger Inselrundblick (WIR) eine ausführliche Stellungnahme zu der gescheiterten „Bildungsoffensive Elbinseln“. Im WIR 7/2013 versucht nun Jürgen Dege-Rüger die Frage „Wie geht es weiter mit der Bildungsoffensive?“ zu beantworten. Nach der Lektüre des Artikels reibt sich der oder die Lesende verwundert die Augen und fühlt sich in das Jahr 2006 zurückversetzt.

Damals wurde die „Bildungsoffensive Elbinseln“ (BOE) als Teil der IBA ins Leben gerufen, um eine neue „Bildungslandschaft“ zu koordinieren, bei der ein effektives Netzwerk der Bildungsakteure entstehen sollte.

Nun, nach sieben Jahren Arbeit erfahren wir aus dem Artikel Erkenntnisse wie: „Eine Bildungsoffensive kann nur mit allen starten!“ (ein Senatsvertreter 2006 bei der Auftaktveranstaltung). Wie bitte? Ist die BOE noch gar nicht gestartet? Erstaunlich auch, dass 2013 „Ein neues Denken“ gefordert wird, um diese „Mammut-Aufgabe, die Strukturen verändern soll“ zu bewältigen. Und die Schilderung der Schwierigkeiten will nicht enden: „Aller Anfang ist schwer“ lernen wir und dass es keine einfachen Lösungen gibt und „Die Schulen allein können Schule nicht verbessern“.

Aber es gibt einen Lichtblick: Mit der Regionalen Bildungskonferenz (RBK) „mehr Regionalisierung wagen!“, – „ein langer Weg“.

War das nicht das eigentliche Ziel der BOE? Ist das das niederschmetternde Ergebnis von sieben Jahren „Basisarbeit“ oder Vernetzung? Wahrscheinlich ist das das Eingeständnis dafür, was die Schulleiter in ihrem Protestbrief mit der „mangelnden Bodenhaftung“ der IBA Bildungsoffensive bezeichnet haben.

Die wirklich brennenden Fragen bleiben im Artikel ohne Antwort: Wie werden die neuen „Bildungshäuser“ dauerhaft solide finanziert, wie wird auf die dem Senator mitgeteilten Forderungen der Lehrer eingegangen, die mit ihren Kräften am Ende sind?

Wie berechtigt der Ruf nach einem den Anforderungen erhöhten Bildungsetat ist, zeigen schlaglichtartige einige Zahlen aus dem Sprachförderungsbereich:

Nachdem bereits der CDU-Senat 2005 100 Stellen gestrichen hat, hat der SPD-Senat 2012 nochmals 39 Stellen von 326 auf 287 gekürzt, obwohl der Förderbedarf zwischen 2005 und 2010/2011 von 13.221 auf 20713 Schüler mit erheblichem Bedarf um mehr als die Hälfte gestiegen ist.

Wir lernen: Hochglanzbroschüren und Festreden sind das eine, die Wirklichkeit ist etwas anderes. Denn „Bisher sind wir in der RBK „nur“ Überzeugungstäter. Wir können den zahlenmäßigen Nachweis, dass „alles besser wird“ noch nicht erbringen.“

Als ehemaliger Leiter der IBA-BOE stellt Jürgen Dege-Rüger immerhin die Frage danach, „in welchen Etappen weiter am Aufbau der Bildungslandschaft gearbeitet werden wird“ und bewertet indirekt seine siebenjährige Tätigkeit selbstkritisch: „Damit endlich mehr und Besseres herauskommt!“

 

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