Wimpel in Wilhelmsburg

Mietsteigerungen und Verdrängungsprozesse sind – gerade im nördlichen Reiherstiegviertel – erdrückende Realität und direkte Folge des IBA– und igs-Spektakels. Um den Protest dagegen zum Ausdruck zu bringen und um deutlich zu machen, dass es sich nicht um „bedauerliche Einzelfälle“ handelt, hat die Kampagne IBA?NigsDA! Wimpel gedruckt, die ab sofort ins Fenster oder an den Balkon gehängt werden können.

Worum gehts?

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In diesem Jahr werden mit der IBA und der igs zwei Großereignisse im Stadtteil stattfinden. Schon jetzt sehen wir an jeder Ecke Baustellen, Plakate und Stelen mit blau-weißen Streifen, dem Logo der IBA. Und manchmal fragen wir uns, was bedeutet das für mich, für meine Nachbar_innen und für den Stadtteil? Wilhelmsburg attraktiver zu machen klingt erstmal nicht schlecht. Wenn wir aber genauer hingucken, bedeutet Attraktivierung aber immer auch Preissteigerung.

„Wohnen heißt bleiben“ sagt die IBA. Dieser PR-Slogan kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sie selbst für drastische Preissteigerungen bei den Mieten in Wilhelmsburg (von 2006 bis 2011 eine Steigerung von 35% bei den Angebotsmieten) verantwortlich ist. Jeder Vermieter will ein Stück von der Torte der Aufwertung abhaben und am neuen Image verdienen. Siehe dazu auch die AKU-Seite zu der Mietpreisentwicklung.

Wir aber wünschen uns ein lebenswertes Viertel, in dem alle Platz haben, die hier leben wollen. Auch wenn der Geldbeutel nicht so voll ist, auch wenn man nicht zur IBA Zielgruppe „jung und gut qualifiziert“ gehört. Wir wollen gerade im Jahr der IBA/igs gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen überhöhte Mieten und gegen Preissteigerungen durch Aufwertung setzen. Wilhelmsburg hat ein Recht auf ausfinanzierte Einrichtungen, soziale Projekte und Sanierungen auch ohne IBA Geschenkpapier.

Im Ausstellungsjahr 2013 sollen besonders viele Menschen von der IBA und igs durch Wilhelmsburg geführt werden. Dort wird dann erzählt wie viel Rückhalt diese bei den hier lebenden Menschen hätten, wie gut die Beteiligungsprozesse hier alle einbänden, dass niemand verdrängt würde, die Mieten nicht wirklich gestiegen seien, und und und…

Dieser Wohlfühlpropaganda wollen wir etwas entgegen setzen. Verdeutlichen wir den Gästen der IBA und igs die Nebenwirkungen dieser Großprojekte und bringen unseren Protest mit den Wimpeln zum Ausdruck. Sorgen wir dafür, dass den Besucher_innen von IBA und igs an jeder Ecke ein orangenes Stück Stoff ins Auge springt. Sorgen wir dafür, dass der Protest gegen die neoliberale Stadtentwicklungspolitik nicht mehr zu verbergen ist. Wir können und wollen die Mietsteigerungen nicht länger tragen. Wir wollen keine Stadtentwicklung durch IBA und igs! Wohnen ist ein fundamentales Recht und nicht Objekt von Spekulationen!

Wo gibts die Wimpel?

Die Wimpel findet ihr an verschiedenen Orten im Viertel. Wo genau, steht auf der Wimpel-Seite von IBA?NigsDA!. Außerdem gibt es ab jetzt alle zwei Wochen einen Infostand im Viertel. Der nächste ist am Samstag, den 23. Februar 2013 ab 10:30 Uhr auf dem Stübenplatz. Auch dazu gibts die aktuellsten Informationen auf der eben genannten Seite.

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