Wilhelmsburger Aufruf zur Mietenwahnsinn stoppen Demo am 29.10.2011

Zu der hamburgweiten Demo gibt es einen Aufruf aus Wilhelmsburg, den auch der AKU unterzeichnet hat:

Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!

29. Oktober 2011 – 13:00 – Millerntorplatz (U-Bahn St. Pauli)

Treffpunkt für InselbewohnerInnen: 12:15 – S-Wilhelmsburg

Wilhelmsburger Aufruf zur Demonstration gegen den Mietenwahnsinn

Knapp ein Jahr nach der letzten Recht-auf-Stadt-Demonstration mit mehreren Tausend Teilnehmern
wird nun die nächste Runde im Kampf gegen den die aktuelle Wohnungspolitik in Hamburg und den damit verbundenen Mietenwahnsinn eingeläutet.

Seit Jahren steigen die Mieten, oft in Folge von geplanter Aufwertung und der Wohnraum in den Innenstadtnahen Vierteln wird immer knapper. Schon jetzt geht ein großer Teil des Einkommens der meisten Menschen für das Leben in vier Wänden drauf. Dagegen sinken die Reallöhne seit Jahren kontinuierlich, die Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen verschlechtern sich rasant. Dennoch fallen immer mehr Wohnungen aus der Sozialpreisbindung heraus, neu gebaut werden hauptsächlich hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen. Für Menschen mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten hält der Hamburger Wohnungsmarkt fast nur noch Wohnungen in den Randgebieten oder baufällige Behausungen bereit.

In vielen Stadtteilen Hamburgs haben sich Initiativen von Mieterinnen und Mietern gegründet, die der Entwicklung in ihren Vierteln nicht länger tatenlos zusehen wollen. Im Rahmen dieser Recht-auf-Stadt-Bewegung findet am 29. Oktober wieder eine Demonstration unter dem Motto „Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften“ statt. Wir wollen mit möglichst vielen Menschen aus Wilhelmsburg und von der Veddel daran teilnehmen, um unseren Protest auf die Strasse zu bringen!

Denn auf der Elbinsel sieht es nicht besser aus: Vor ein paar Jahren noch als Ghetto verschrien, kann Mensch sich heute in Teilen des Viertels ohne das nötige Kleingeld keine Wohnung mehr leisten. Sowohl die Internationale Bauausstellung (IBA) als auch die Internationale Gartenschau (igs) sind der Motor einer Aufwertungskampagne, bei der auch die Hamburger Medienlandschaft ihren Teil beiträgt, Wilhelmsburg für ein kaufkräftiges Klientel interessant zu machen. So ist das Angebotsmietenniveau zwischen 2006 und 2009 um 21% gestiegen und wird in Zukunft auch weiter steigen. Wer sich das nicht mehr leisten kann, muss eben wegziehen. Denn mit den neuen Häusern sollen auch neue Bewohner mit mehr Einkommen kommen. Mit den Institutionen IBA und igs setzt die Stadt Hamburg viele Millionen Euro dafür ein, die Insel für Investoren attraktiv zu machen. Wenn dies lediglich eine Verbesserung der Lebensqualität durch z.B. mehr Spielplätze, Jugendzentren und eine bessere Infrastruktur bedeutete, wäre dagegen ja nichts einzuwenden. Wenn aber diese Aufwertung nur geschieht, um die Profite des einen kleinen Teils der Gesellschaft zu vermehren, dann ist es für den großen Teil der Gesellschaft Zeit, auf die Straße zu gehen.
Die Logik hat System: Aufwertung funktioniert nur, wenn Gewinne zu erwarten sind – diese Gewinne muss jemand bezahlen. Wer das nicht kann, stört. Denn im Kapitalismus geht es nicht um die Bedürfnisse der Menschen, in diesem Fall Wohnraum für Alle, sondern um möglichst hohe Gewinne, in diesem Fall für die Immobilieneigentümer. Diese Profitlogik macht eben auch vor der Insel nicht halt.

Wir haben andere Vorstellungen von der Gesellschaft und wie in ihr gewohnt werden kann. Wohnraum ist eines der Güter, die jeder Mensch zum Leben benötigt. Deshalb gehört Wohnraum in die Hand der Gesellschaft und nicht auf den freien Markt. Nicht die finanzielle Lage der einzelnen Menschen darf entscheiden, wer wo und wie wohnt, sondern die Bewohner selbst müssen diese Entscheidungen treffen können.

Arbeitskreis Umstrukturierung – DKP AG Wilhelmsburg – Projekt Revolutionäre Perspektive

 

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