Internationale Gartenschau (igs) außer Rand-und-Band: Stoppt den Kahlschlag der igs in der Wilhelmsburger-Mitte!

Vor wenigen Wochen wurde bereits der kleine Park am Bürgerhaus rigoros abgeholzt und in eine Mondlandschaft verwandelt. Doch dies war nur ein erster Vorgeschmack. Jetzt soll es richtig losgehen: Die ,,Grüne Lunge“ in der
Wilhelmsburger-Mitte zwischen Uhlenbusch-/Kükenbrack bis hin zum Kuckucksteich im Wilhelmsburger Park ist akut bedroht!

2235 Bäume sollen für die 2013 stattfindende Internationale Gartenschau (igs) in
Wilhelmsburg gefällt werden. Das sind fast 40% des gesamten Baumbestandes auf
dem igs-Gelände. Als ,,Baum“ zählt im Behördendeutsch erst ein Stammdurchmesser
von mindestens 25cm auf Brusthöhe (alles andere wird statistisch erst gar nicht
erfasst).

Neben dem Graben- und Landschaftsbau soll dabei u.a. Platz für in Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) geplanten Bauprojekte wie
Hallen und Hotels geschaffen werden, für die es größtenteils noch nicht einmal
Investoren gibt.

Markus Schreiber, Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, rechnet mit rund 2000
Fällgenehmigungen und sieht anscheinend keinen Grund dafür, diese nicht zu
erteilen. Als ,,Ausgleich“ sollen 545 neue Bäume auf dem igs-Gelände gepflanzt
werden, sowie auf einem Spülfeld am Stillhorner Hauptdeich eine Baum-Sammlung
angelegt werden. Unserer Meinung nach ist das kein Ausgleich für die
Rodungsaktionen, die momentan durchgeführt werden. Wir fragen uns: Was ist das
für eine Gartenschau, die erst einmal tausende Bäume fällen will, damit ein
respektabler Gartenschau-Erlebnispark entstehen kann? Wir fragen uns weiter: Wo
und in welcher Weise wurde den WilhelmsburgerInnen die Möglichkeit gegeben,
hierüber mitzuentscheiden? Und zu guter Letzt: Wie können die igs-PlanerInnen
auf die Idee kommen, von einen ,,Volkspark des 21. Jahrhunderts“ zu sprechen,
wenn dieses gerne zur Legitimation herbeigerufene, ,,Volk“ vom Planungsprozess
ausgeschlossen bleibt?

Wir haben nichts gegen querbeet wachsende Bäume und ziehen einen naturnahen Raum
immer noch einer sortierten, durchsichtigen und abwaschbaren Parklandschaft
vor.

Die unsortierten, wilden, freien Flächen sind uns kein Dorn im Auge, sondern ein
Grund hier zu leben. Die Zerstörung oder Bebauung dieser Räume nehmen wir nicht
hin!

Unserer Meinung nach sind die Fällaktionen skandalös. Unserer Meinung nach wird
es Zeit, der igs und ihrem Chef, Heiner Baumgarten [sic!], genauer auf die
Finger zu gucken und ihr das grüne Mäntelchen auszuziehen. Passend zur
Jahreszeit sollten wir den Gegenwind spürbar verstärken.

Außerdem wollen wir zu einem Protest- und Informationsspaziergang auf das
Gartenschaugelände einladen.

Treffpunkt:

Sonntag, den 14.02.10, um 14:00 Uhr

Bushaltestelle: Linie 13 – Rathaus Wilhelmsburg

Im Anschluss wollen wir, bei einem heißen Getränk, mit Euch zusammen Pläne
machen. Die Zeit drängt, aber abgesehen vom akuten Handlungsbedarf wollen wir
auch mal über Sinn und Unsinn der Gartenschau insgesamt sprechen.

Die ,,grüne Lunge“ Wilhelmsburgs:

Hier stehen, liegen und hängen große Pappeln und Weiden. Im Unterholz und am
Rand viel Unterwuchs mit Holunder, auch mal Weissdorn und teilweise stattliche
Feldahorne, Hainbuchen, Linden, Kastanien und andere Baumarten. Urige
Waldparzellen, parkartig angelegte Bereiche sowie mit Gehölzen aus Erlen und
verschiedenen Weidenarten eingerahmte Gewässer. Darin Spechte, Graureiher…und
Menschen, die die Stille der Natur und die frische Luft auf einer von
Verkehrslärm und Emissionen traditionell stark belasteten Insel genießen….

 

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